Nach einer mehrwöchigen Pause, die familiär begründet war, setze ich nun die Fahrt zur Emschermündung fort.
Hinter dem Rot-Weiß-Stadion geht es dann hinter der Eisenbahnbrücke rechts wieder in Richtung Emscher.
Es geht über den großen Parkplatz bis zur Autobahnbrücke. Als Besonderheit war früher auf diesem Parkplatz ein Schuhbaum zu sehen gewesen. Diese hohle irrsinnige Gewohnheit, alte Schuhe zusammen zu binden und sie in die Äste zu werfen, ist aus den USA zu uns rübergeschwappt. War ja auch klar, woher das kommt. Ein Sinn steckt nicht dahinter. Wer da allerdings heute vorbeifährt, wird den Baum vergeblich suchen. Er ist gefällt worden. Allerdings nicht wegen der Schuhe.
Hinter der Autobahnbrücke geht es dann rechts rauf zur Emscher.
Hier der Blick zurück zur Autobahnbrücke, wo die Emscher den Knick nach Nordwesten macht.
Ich bleibe allerdings nur ein ganz kurzes Stück bis zum "Grünen Pfad" an der Emscher. Der "Grüne Pfad" beginnt genau an dieser Brücke und führt nach links zum Landschaftspark Duisburg. Er ist erst kürzlich voll asphaltiert worden und es macht Spaß, darauf zu fahren. An der Brücke beginnt aber nicht nur der "Grüne Pfad" sondern nach rechts auch die HOAG-Trasse. HOAG steht für Hüttenwerke Oberhausen Aktiengesellschaft. Ich fahre also auf einer ehemaligen Bahntrasse nach rechts Richtung Duisburg-Walsum. Die Hoag-Trasse endet am Süd-Hafen in Walsum. Allerdings will ich da gar nicht hin. Es gibt nichts interessantes dort, außer vielleicht den Blick auf den Rhein. Der Hafen selber ist nicht so toll und man befindet sich auch in einer Sackgasse. Es gibt keine Brücke über das Hafenbecken, damit man am Rhein weiterfahren kann.
Auf der Trasse war noch vor kurzem eine rege Bautätigkeit. Keine Ahnung, was die da gebuddelt haben. Vielleicht wird der Weg ja auch verbessert wie beim Grünen Pfad. Nach einer kurzen Fahrt durch ein kleines Wäldchen geht es nach links wieder auf die Straße.
Allerdings nur kurz. Die Trasse geht rechts weiter und wird auch etwas breiter.
Es ist ein entspanntes Radeln ohne jeden Autoverkehr bis Oberhausen-Holten. Die Emscher war bis hier meinen Blicken entzogen. In Oberhausen-Holten musste ich hundert Meter vor der Emscher wieder ausweichen. Hier befindet sich nämlich das letzte Klärwerk vor der Mündung und ich muss es umfahren. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Dies ist auch der Punkt, wo ich die HOAG-Trasse verlasse. Vielleicht noch ein kleiner Tipp. Wie schon mal erwähnt, lohnt sich die Fahrt zum Südhafen Walsum nicht. Aber wenn man noch ein kleines Stück geradeaus fährt, kommt man zum Abzweig zur Autofähre Walsum. So eine Rheinfähre ist immer ein kleines Gimmick, ein Highlight auf einer Radtour.
Hier geht es links rein zur Stadtgrenze Oberhausen/Dinslaken.
Und dann stand ich hinter dem Klärwerk auf der Brücke. Beim Zurückblicken lässt sich genau erkennen, dass in der Emscher eine Barriere war. Vor der Barriere floß das dreckige Wasser in das Klärwerk und hinter der Barriere kam das saubere Wasser wieder heraus. Gleichzeitig sah man aber auch, dass bei Hochwasser der Dreck überschwappen würde und damit ungeklärt in Richtung Rhein ging.
Aber diese Gedanken hatte ich beim ersten Mal nicht, als ich dort war. Ich habe es genossen, eine saubere Emscher zu sehen.
