Die Emscher - Ein Fluß im Wandel

  • Ersteller Ersteller Der Bolf
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Vielen Dank! Leider fehlt mir manchmal die Zeit, immer alles zeitnah zu vollenden. Aber Hauptsache, es kommt irgendwann.

Viele Grüße

Rainer Bolf
 
Wie schon geschrieben, musste ich durch die Arbeitersiedlung Bottrop-Ebel. Hier sieht man die alten Zechenhäuser, wie sie früher Standard waren.

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Es ist aber nur eine kleine Umleitung. Nachdem ich die Berne überquerte, ging es links ab zum Kanal. Auch hier buddelte die Emschergenossenschaft in einem großen Schacht. Aber wenigstens haben sie noch einen schmalen Durchgang für Radfahrer gelassen.

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Bevor man auf den Leinpfad vom Kanal kommt, muss man erst die Gleise überqueren. Diese Barrieren sind immer ätzdend, weil sie so eng zusammenstehen. Aber ich sehe ein, dass sie wichtig sind. Es dient zu unserer Sicherheit. Immerhin könnte ja ein Zug kommen und uns über den Haufen fahren.

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Allerdings sei die Frage gestattet, woher der Zug eigentlich kommen soll. Diese Frage stellt sich zwangsläufig, wenn man mal links und rechts der Gleise schaut.

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Es geht zunächst also erstmal am Rhein-Herne-Kanal weiter bis Oberhausen. Es gibt zwischen Bottrop und Oberhausen keinen direkten Emscherweg.

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Zu erwähnen wäre vielleicht noch das Kunstwerk "Der Zauberlehrling", das man vom Kanalufer aus sieht. Es sieht aus wie ein Strommast, der durch Hitze geschmolzen ist.

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Gegenüber vom Kaisergarten, am Stadion von Rot-Weiß-Oberhausen, muss ich den Kanal wieder verlassen. Die Emscher macht hier einen Bogen nach Nordwest, während der Kanal weiter seine westliche Richtung beibehält.

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Nach einer mehrwöchigen Pause, die familiär begründet war, setze ich nun die Fahrt zur Emschermündung fort.

Hinter dem Rot-Weiß-Stadion geht es dann hinter der Eisenbahnbrücke rechts wieder in Richtung Emscher.

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Es geht über den großen Parkplatz bis zur Autobahnbrücke. Als Besonderheit war früher auf diesem Parkplatz ein Schuhbaum zu sehen gewesen. Diese hohle irrsinnige Gewohnheit, alte Schuhe zusammen zu binden und sie in die Äste zu werfen, ist aus den USA zu uns rübergeschwappt. War ja auch klar, woher das kommt. Ein Sinn steckt nicht dahinter. Wer da allerdings heute vorbeifährt, wird den Baum vergeblich suchen. Er ist gefällt worden. Allerdings nicht wegen der Schuhe.

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Hinter der Autobahnbrücke geht es dann rechts rauf zur Emscher.

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Hier der Blick zurück zur Autobahnbrücke, wo die Emscher den Knick nach Nordwesten macht.

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Ich bleibe allerdings nur ein ganz kurzes Stück bis zum "Grünen Pfad" an der Emscher. Der "Grüne Pfad" beginnt genau an dieser Brücke und führt nach links zum Landschaftspark Duisburg. Er ist erst kürzlich voll asphaltiert worden und es macht Spaß, darauf zu fahren. An der Brücke beginnt aber nicht nur der "Grüne Pfad" sondern nach rechts auch die HOAG-Trasse. HOAG steht für Hüttenwerke Oberhausen Aktiengesellschaft. Ich fahre also auf einer ehemaligen Bahntrasse nach rechts Richtung Duisburg-Walsum. Die Hoag-Trasse endet am Süd-Hafen in Walsum. Allerdings will ich da gar nicht hin. Es gibt nichts interessantes dort, außer vielleicht den Blick auf den Rhein. Der Hafen selber ist nicht so toll und man befindet sich auch in einer Sackgasse. Es gibt keine Brücke über das Hafenbecken, damit man am Rhein weiterfahren kann.

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Auf der Trasse war noch vor kurzem eine rege Bautätigkeit. Keine Ahnung, was die da gebuddelt haben. Vielleicht wird der Weg ja auch verbessert wie beim Grünen Pfad. Nach einer kurzen Fahrt durch ein kleines Wäldchen geht es nach links wieder auf die Straße.

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Allerdings nur kurz. Die Trasse geht rechts weiter und wird auch etwas breiter.

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Es ist ein entspanntes Radeln ohne jeden Autoverkehr bis Oberhausen-Holten. Die Emscher war bis hier meinen Blicken entzogen. In Oberhausen-Holten musste ich hundert Meter vor der Emscher wieder ausweichen. Hier befindet sich nämlich das letzte Klärwerk vor der Mündung und ich muss es umfahren. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Dies ist auch der Punkt, wo ich die HOAG-Trasse verlasse. Vielleicht noch ein kleiner Tipp. Wie schon mal erwähnt, lohnt sich die Fahrt zum Südhafen Walsum nicht. Aber wenn man noch ein kleines Stück geradeaus fährt, kommt man zum Abzweig zur Autofähre Walsum. So eine Rheinfähre ist immer ein kleines Gimmick, ein Highlight auf einer Radtour.

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Hier geht es links rein zur Stadtgrenze Oberhausen/Dinslaken.

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Und dann stand ich hinter dem Klärwerk auf der Brücke. Beim Zurückblicken lässt sich genau erkennen, dass in der Emscher eine Barriere war. Vor der Barriere floß das dreckige Wasser in das Klärwerk und hinter der Barriere kam das saubere Wasser wieder heraus. Gleichzeitig sah man aber auch, dass bei Hochwasser der Dreck überschwappen würde und damit ungeklärt in Richtung Rhein ging.
Aber diese Gedanken hatte ich beim ersten Mal nicht, als ich dort war. Ich habe es genossen, eine saubere Emscher zu sehen.

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Dieser reich bebilderte und mit vielen interessanten Informationen gespickte Beitrag über einen Fluss, der mir bisher völlig unbekannt war, hat mich sehr beeindruckt. Vielen Dank dafür!
Hoffen wir, dass die Emscher und auch noch viele weitere Flüsse in unserem Land in nicht allzu ferner Zukunft wieder einigermaßen sauber werden.

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Auch ein großes Werk beginnt immer mit dem ersten Schritt.
(Altes chinesisches Sprichwort)

http://forum.wir-alten3.0.isthier.de
 
Fred@517920:

Dieser reich bebilderte und mit vielen interessanten Informationen gespickte Beitrag über einen Fluss, der mir bisher völlig unbekannt war, hat mich sehr beeindruckt. Vielen Dank dafür!
Hoffen wir, dass die Emscher und auch noch viele weitere Flüsse in unserem Land in nicht allzu ferner Zukunft wieder einigermaßen sauber werden.

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Auch ein großes Werk beginnt immer mit dem ersten Schritt.
(Altes chinesisches Sprichwort)
Danke für deine Rückmeldung. Ich habe noch sehr viel über die Emscher zu berichten. Einen solchen Fluß gibt es ja kein zweites Mal in Deutschland. Heute will ich aber zunächst die Tour zur Mündung in den Rhein beenden.

Viele Grüße

Rainer Bolf
 
Hinter dem Klärwerk bleibe ich an der Emscher. Und schon bald komme ich an ein kurioses Bauwerk, welches von der Emschergenossenschaft für Radfahrer und Fußgänger erbaut wurde. Es ist die Umgehung/Umfahrung einer Brückenböschung. Ich mag diese Gitterbauwerke überhaupt nicht. Aber hier waren sie ja nicht in großer Höhe und deshalb gab es auch nicht die üblichen Probleme, die ich sonst habe.

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Schaut man runter auf die Emscher, sieht man deutlich, wie sich darin das Leben ausbreitet. Wasserpflanzen haben sich angesiedelt und Enten schwimmen in der Strömung. Schade ist nur, dass die Emscher hier immer noch begradigt ist. Aber das wird ja geändert, wenn sie komplett renaturiert ist. Dann kann sie auch wieder mäandern.

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Nach ca. 20 Minuten stehe ich dann endlich kurz vor der Mündung. Mein Standort für das Foto ist eine Brücke, die es so nicht mehr gibt. Sie ist mittlerweile abgerissen worden. Es ist die letzte Brücke vor dem Fallbauwerk, wo die Emscher in den Rhein fließt.

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Und hier stehe ich direkt an der Mündung. Nach einem Blick zurück poste ich deshalb lediglich ein paar Bilder ohne Text, weil sie selbsterklärend sind. In gewissem Sinne werden diese Bilder auch mal historisch eine Rolle spielen, denn dieses Bauwerk wird es nicht mehr lange geben.

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Nebenan hat man eine riesengroßes Areal in Form einer neuen Auenlandschaft modelliert. Als ich die Fotos gemacht hatte, war man noch kräftig am buddeln. Mittlerweile ist die Auenlandschaft so gut wie fertig. Wenn dann die Emscher renaturiert ist, wird das Fallbauwerk zurückgebaut und die Emscher in die neue Auenlandschaft geleitet, wo sie dann niveaugleich mit dem Rhein verbunden ist.

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Nun bin ich genau am frühen Nachmittag an der Mündung angekommen und da dachte ich bei mir, ein Käffchen konnte nicht schaden. Ich bin deshalb zum Emscher-Mündungshof gefahren. Aber leider war der zu. Er hatte nur am Wochenende geöffnet. Sauerei sowas! Mein Kaffeedurst verursachte heftige Entzugserscheinungen bei mir.

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Um meinen Gelüsten nachzugeben, bin ich dann am Rhein entlang gefahren bis Walsum. Mit der Fähre ging es dann rüber nach Orsoy und dort habe ich dann endlich den ersehnten Kaffee und ein Stück Kuchen bekommen.

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