Das Tetraeder

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-Der Bolf-

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In Bottrop, im Stadtteil Batenbrock, befindet sich quasi vor meiner Haustür die Halde mit dem Tetraeder. Obwohl sie so nahe liegt, bin ich das erste Mal erst vor ein paar Jahren da oben gewesen. Die pyramidenförmige Aussichtsplattform besteht aus 210 Tonnen Stahl mit einer Gesamtlänge von 1500 m. Die erste Plattform ist in 18 m Höhe, die zweite Plattform in 32 m Höhe und die dritte in 38 m.

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Fährt man mit dem Fahrrad über Feld- und Waldwege zum Tetraeder, stößt man auf das Restaurant von Willi Lippens, der wegen seines Ganges den Spitznamen "Ente Lippens" hatte. "Ente Lippens" war früher Flügelstürmer bei Rot-Weiß-Essen. Normalerweise hätte ich das nicht erwähnt und das Restaurant gar nicht beachtet. Aber alleine der Name dieses Lokals "Ich danke Sie!" ist einen Kommentar wert. Die Anekdote, wie der Name entstanden ist, ist im Ruhrgebiet bestens bekannt.
Nach einem Foul bekam Ente Lippens vom Schiedsrichter die Gelbe Karte mit den Worten: "Ich verwarne Ihnen!" Lippens hatte darauf geantwortet: "Ich danke Sie!" und flog danach vom Platz.

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Ich bin mit meinem Enkel auch weiter über grüne Wege gefahren, nachdem wir die vielbefahrene autobahnähnliche B 224 überquert hatten. Jetzt mussten wir nur noch über die Gleise der Bundesbahn. Im Hintergrund sieht man die gigantische Treppe, die man alternativ benutzen kann. Hier ist man natürlich schneller oben, als wenn man die sich um den Berg windenden Wege benutzt.

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Mit dem Fahrrad kommt man die Treppen nur schlecht hoch, deshalb haben wir natürlich den Weg benutzt. Der war asphaltiert und gut befahrbar. Die meiste Zeit habe ich mein Rad aber geschoben. Ich bin schließlich nicht mehr der Jüngste und mir fehlte auch der Ehrgeiz für Höchstleistungen. Mein Enkel war da schon anders. Der hat oben auf mich gewartet.

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Ziemlich weit oben ist der Blick frei auf die Nebenhalde. Dort kann man das Alpincenter sehen. Da kann man ganzjährig komfortabel Ski fahren bis ins Tal hinunter. An das Alpincenter angegliedert ist noch eine Sommerrodelbahn und eine Freiflughalle, in der man über mächtigen Propellern in der Luft wie beim Fallschirmsprung schweben kann.

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Ich wollte mich aber nicht sportlich betätigen und befinde mich auch auf der falschen Seite der Halde. Von hier aus kommt man nicht rüber. Es ging also weiter rauf bis zur Bushaltestelle. Früher ist hier wirklich in der Saison ein Linien-Bus hochgefahren. Aufgrund mangelnder Resonanz ist das aber eingestellt worde. Schade!

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Oben auf dem Gipfel hat man einen tollen Blick auf die Umgebung und auch noch mal auf das Alpincenter.

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Und da steht es nun, das Objekt unserer Begierde. Wobei ..., ich wollte das Ding ja nicht besteigen. Ich kenne mich und meine Höhenangst. Aber mein Enkel hat mich überredet.

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Der Aufgang zur ersten Ebene war kein Problem. Ich bin sogar extrem mutig geworden und mein Entschluss reifte, bis ganz nach oben zur 3. Ebene zu klettern.

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Als ich dann auf der ersten Plattform stand, wurde es mir doch ein wenig mulmig. Während sich mein Enkel köstlich amüsierte wurde ich zusehens ruhiger. Besonders schlimm wurde das Gefühl in der Magengegend, wenn ich nach unten durch die Gitter geguckt habe.

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Der Gang nach oben zur 2. und zur 3. Ebene ging dann aber besser als erhofft. Ich bin langsam gegangen und habe mich am Geländer festgehalten. Dass der Aufgang zur 3. Ebene gewendelt war, empfand ich wieder als nicht so angenehm.

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Oben auf der 3. Plattform war der Blick in die Ferne phänomenal. Obwohl die Ebene leicht geneigt war, hatte ich keine Probleme. Der Boden war geschlossen und mit einem ordentlichen Belag versehen. Das machte schon viel aus.

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Als es dann aber runter ging, bekam ich die Krise. Ich hatte sowas noch nie in meinem Leben erlebt. Mein orientierungssinn versagte völlig. Ich hatte das Gefühl, die Treppe ging bergauf und sie schwankte, als ob sie aus Gummi wäre. Ich musste mich tatsächlich auf die Treppenstufen setzen und die Augen schließen, bis dieser Anfall vorüber war. Mein Enkel hat sich kaputt gelacht. ich hingegen nahm den Kampf wieder auf, indem ich mich am Geländer festhielt und vermied, den Blick nach unten auf das Gitter zu werfen. Besser wurde es erst, als ich auf der 1. Plattform stand. Ab da konnte ich wieder normal die Treppe runtergehen.

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Mein Enkel war von der Tour begeistert gewesen. Ok, es war ja auch alles sehr interessant. Aber trotzdem muss ich das nicht wiederholen. Ich bleibe lieber auf festem Boden, anstatt mich auf Gitterbauteilen nach oben zu bewegen.
 
Das Schlimme an diesen Aussichtstürmen ist ja immer die Tatsache, dass die Bauherren immer zu wenig Geld hatten um Treppen ohne Löcher zu installieren
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Die Anedokte bezüglich des Restaurantnamens ist natürlich auch sehr gut.
 
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