Eine Geschichte die uns Wolfgang Ecker zu Verfügung gestellt hat.
Nie wieder Dänemark
„Nächstes Jahr“, so sage ich zu meiner Frau, während wir auf der Heimfahrt sind und gemütlich im Auto plaudern, „nächstes Jahr fahren wir nicht mehr nach Dänemark.“ „Gut“, meint meine Frau und sieht mich von der Seite an. „Wo fahren wir dann hin, im nächsten Jahr, wenn du nicht nach Dänemark willst?“
„In die weite Welt hinaus - Afrika, Amerika, Asien!“ Europa ist viel zu klein für mich, der ich doch der geborene Kosmopolit bin, ein Weltbürger, einer, der fremden Menschen und Kulturen offen gegenübersteht, sie geradezu aufsaugt und verinnerlicht.
„Die Mongolei und Dschingis Khan! Jetzt hab ich’s, dort fahren wir hin, wir wollen wandeln auf den Spuren der Geschichte der Reitervölker des Ostens.“
„Und Gorm, Blauzahn und der Atterdag“, wirft meine Frau ein, „was ist mit denen?“ Verdammt, jetzt hat sie einen wunden Punkt bei mir getroffen.
„Papperlapapp“, wisch ich ihren Einwand weg, „die Serengeti, brüllende Löwen, majestätische Elefanten, Büffelherden, so weit das Auge reicht, das ist mein Zuhause. Bewaffnet mit der Kamera werd´ ich auf die Pirsch gehen, dass die Daheimgebliebenen nur so staunen und vor Neid erblassen.“
„Gut“, meint sie, „also dann nächstes Jahr Ostafrika.“ Ich sehe zu meiner Frau hinüber, aber sie schaut beim Fenster hinaus, sieht die Landschaft neben der Autobahn vorbeiziehen. „Der Fuglsang muss gleich kommen“, stelle ich fest, „erinnerst du dich an den Rastplatz?“„Natürlich, gegessen haben wir da und kalt war es. Als wir dann heimgekommen sind, hast du im Kamin Feuer gemacht“, sagt sie leise.
Bilder tauchen vor mir auf: Afrika, durchschwitzte Hemden, Blasen an den Füßen, Mosquitos, die auf wohlgenährte Touristenhappen nur warten, Spinnen und Skorpione überall, Kopfschmerzen von den Klimaanlagen…
Der letzte Fjord kommt, ein einsames Segelboot kreuzt darauf. Weiße Wolken ziehen am blauen Himmel. Wolken, die die Wikinger Windschiffe genannt haben. Bald kommt die Grenze zu Deutschland und ein letztes mal flattert der Dannebrog, die Fahne Dänemarks, hoch droben im Wind. Bei Flensburg an der Grenze haben wir Tränen in den Augen.
„Du hast recht“, sagt meine kleine Frau tapfer und wischt die Tränen weg, „nächstes Jahr fahren wir nach Afrika.“
Oder doch nicht. Und wenn ich Löwen sehen will, dann geh ich in Aalborg in den Zoo.
Unser Forum : ausflugtipps.homesites.de
Nie wieder Dänemark
„Nächstes Jahr“, so sage ich zu meiner Frau, während wir auf der Heimfahrt sind und gemütlich im Auto plaudern, „nächstes Jahr fahren wir nicht mehr nach Dänemark.“ „Gut“, meint meine Frau und sieht mich von der Seite an. „Wo fahren wir dann hin, im nächsten Jahr, wenn du nicht nach Dänemark willst?“
„In die weite Welt hinaus - Afrika, Amerika, Asien!“ Europa ist viel zu klein für mich, der ich doch der geborene Kosmopolit bin, ein Weltbürger, einer, der fremden Menschen und Kulturen offen gegenübersteht, sie geradezu aufsaugt und verinnerlicht.
„Die Mongolei und Dschingis Khan! Jetzt hab ich’s, dort fahren wir hin, wir wollen wandeln auf den Spuren der Geschichte der Reitervölker des Ostens.“
„Und Gorm, Blauzahn und der Atterdag“, wirft meine Frau ein, „was ist mit denen?“ Verdammt, jetzt hat sie einen wunden Punkt bei mir getroffen.
„Papperlapapp“, wisch ich ihren Einwand weg, „die Serengeti, brüllende Löwen, majestätische Elefanten, Büffelherden, so weit das Auge reicht, das ist mein Zuhause. Bewaffnet mit der Kamera werd´ ich auf die Pirsch gehen, dass die Daheimgebliebenen nur so staunen und vor Neid erblassen.“
„Gut“, meint sie, „also dann nächstes Jahr Ostafrika.“ Ich sehe zu meiner Frau hinüber, aber sie schaut beim Fenster hinaus, sieht die Landschaft neben der Autobahn vorbeiziehen. „Der Fuglsang muss gleich kommen“, stelle ich fest, „erinnerst du dich an den Rastplatz?“„Natürlich, gegessen haben wir da und kalt war es. Als wir dann heimgekommen sind, hast du im Kamin Feuer gemacht“, sagt sie leise.
Bilder tauchen vor mir auf: Afrika, durchschwitzte Hemden, Blasen an den Füßen, Mosquitos, die auf wohlgenährte Touristenhappen nur warten, Spinnen und Skorpione überall, Kopfschmerzen von den Klimaanlagen…
Der letzte Fjord kommt, ein einsames Segelboot kreuzt darauf. Weiße Wolken ziehen am blauen Himmel. Wolken, die die Wikinger Windschiffe genannt haben. Bald kommt die Grenze zu Deutschland und ein letztes mal flattert der Dannebrog, die Fahne Dänemarks, hoch droben im Wind. Bei Flensburg an der Grenze haben wir Tränen in den Augen.
„Du hast recht“, sagt meine kleine Frau tapfer und wischt die Tränen weg, „nächstes Jahr fahren wir nach Afrika.“
Oder doch nicht. Und wenn ich Löwen sehen will, dann geh ich in Aalborg in den Zoo.
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