SandraundSven:
Kann mich an die 90er erinnern. Überall auf dem Schulhof etc. wurden die DeepDance-CDs unter der Hand gehandelt da diese Mixe ja illegal entstanden waren.
Sven
Ja, und das war auch der Hauptgrund, warum sie so gut waren. Sie waren nur deshalb illegal entstanden, weil man sich die Lizenzgebühren und die GEMA gespart hatte. Da man also an niemanden GEMA-Gebühren bezahlt hatte, war es auch völlig egal, von welchem der großen 5 Major-Labels die enthaltenen Künstler in den Mixen stammten. Es konnte ja niemand anschließend kommen und verbieten, dass SEINE Künstler auf dem Mix enthalten sind (Beispiel: Universal hätte verlangt, "WHIGFIELD darf aber nicht drauf sein, denn für sie bekommen wir zu wenig Geld !").
Also hatte man einen riesigen Pool an Musik, aus dem man sich bedienen konnte, und alles (teilweise quer) durcheinandermixen. Und nicht nur aus Deutschland, der EURODANCE hatte gewaltigen Anteil am Erfolg. Von Italien, Spanien, Mallorca, Ibiza, Portugal, England, Benelux, man mixte alles quer durcheinander. Denn selbst an die ausländischen Labels hatte man ja keinen Pfennig bezahlt
!!
Man denke nur an den jahrelangen Rechtsstreit, den YouTube mit der GEMA hatte. Denn der war es ja immer zu WENIG Geld pro Mausklick, der für die Musikvideos an die GEMA floß. Na klar, es geht IMMER nur ums Geld. Die Macher ahnten so was schon in den 90ern, und wanderten sofort in die Illegalität.
Im Sommer 2000 kam der große Knall, und die beiden Männer, die heute als "die Macher" präsentiert werden, wurden von Polizei, GVU und GEMA ausgehoben: "DJ Deep" und "DJ Studio-33". Schon zu dieser Zeit tauchten aber Gerüchte auf, dass hinter diesen beiden viel mehr Hintermänner stecken - stecken MUSSTEN, denn zwei Leute allein konnten das organisatorisch niemals stemmen. Seitdem produziert Andreas "DJ Deep" Peine die "DEEP DANCE 2003"-CDs, und da merkt man den Unterschied sofort:
Er kann sich nur noch aus einem viel kleineren Pool an Künstlern bedienen, da es ja jetzt legale Mixe sind und seine Chef-Plattenfirma die Künstler diktiert, die drauf enthalten sein dürfen. Folglich sind sie qualitätsmäßig natürlich sehr stark gesunken, die Vielfalt fehlt.
Es gibt immer noch Ausnahmen, wie "Deep Dance 2003 Vol. 1" und "Deep Dance 2003 Vol. 6", die gute Ausreißer nach oben haben - in denen er teilweise zeigen DURFTE, was mix-technisch noch heute in ihm steckt. Aber der Großteil der legalen CDs ist, im Vergleich zu den illegalen CDs, gesunken.
Sie waren jedenfalls allesamt legendär, und der letzte, "echte Deep Mix", war "Deep 66", im Jahr 2000. Von Stars wie OLIVER KALKOFE als ONKEL HOTTE oder PIET KLOCKE hörte man dort zum ersten Mal, weil sie in Intros oder Zwischensequenzen reingemixt waren. Lange, bevor sie im Fernsehen bekannt wurden. Und man hat mit "Deep Records" eine ganze Plattenfirma aufgebaut, die es nie wirklich gegeben hat. Der Name war gefälscht, die Hinweise a la "this sound recording is prohibited for copying and broadcasting" war auch gefälscht, ja, es waren sogar "GEMA"-Stempel draufgedruckt, die waren auch gefälscht
!!
Man sieht, was entstehen kann, wenn sich einzelne Menschen mit Leidenschaft und Enthusiasmus an eine Sache ranmachen, und für viele Jahre an dieser Sache dranbleiben. Etwas, was wir HEUTE, angesichts riesengroßer globaler Herausforderungen, DRINGENDER denn je brauchen. Sicherlich war das Endprodukt illegal, aber sie haben es bis zum Ende DURCHGEZOGEN. Wieviel LEGALES kann erst entstehen, wenn mehr Leute so denken würden ? "Es gibt nichts Gutes, ausser man TUT es !", ich kann es nicht oft genug sagen.
Stringende Grüße aus Halle (Saale),
Jorge
Es gibt NICHTS GUTES, ausser MAN TUT ES.
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